
Das Schaltgestänge leidet meist unter einer großen Spielhaftigkeit. Zum einen kommt dies vom Verschleiss der relativ offenen Geleke. Besonders das untere Lager am Ende der Schaltstange vom Schalthebel kommend ist meist korrodiert und ausgeschlagen.
Im Bild oben gesehen ist der Anblick des Getriebes in Fahrtrichtung aus dem Kofferraum. Rechts im Bild ist die Schaltrohr unter der Ölwanne. Dieses überträgt bei Längsbewegung die Gangwechsel (1-2), (3-4) und (5-R), in Drehrichtung die Vorwahl der Schaltebenen.
Die Übertragung der Drehung wird durch das Gestänge vor dem Getriebe auf die Schaltwelle übertragen. Diese wird dabei nach oben (Gang 1 und 2) und unten (Gang 5 und R) verschoben. Durch die Elastizität des Schaltrohres ergibt sich das Hauptspiel der ganzen Mimik. Eine Verbesserung hierfür werde ich bei Gelegenheit noch mal mit einem doppelt so dickem, aber dünnwandigen VA Rohr ausprobieren.
Um das unnötige Spiel zu verringern habe ich mich entschlossen, die Gelenke durch gedichtete Unibalgelenke zu ersetzen. Dabei werden die Kugelköpfe entfernt und eine M6 bzw. M8 Mutter an den Hebeln angeschweisst, da die Unibalgelenke nur Bohrungen haben. Die 7 Gelenke kosten übrigens ca. 130 Euro, aber selbst nach dieser Kur ist durch das Spiel im Getriebe selber und der Länge und Elastizität des Schaltrohrs keine vergleichbare Schaltpräzission mit einem Honda oder Nissan zu erreichen. Also weiter nach den Schuldigen gesucht, nachdem auf die Schnelle die Schaltgablen im Getriebe nicht umgebaut werden können.
Links im Bild zu sehen, die untere/hintere Schaltumlenkachse, auch diese sollte man mal komplett reinigen und zerlegen. In ihr sind Nadellager und O-Ringe, sowie Teflonscheiben enthalten.
Alleine 30% des Spieles in der Schaltung macht auch das Lager des Schalthebels aus. Aufgrund der spielfreien Mechanik des Micra Schalthebels, selbst nach 220'km Dauereinsatz, wird das bei mir lagernde Material des Micra Schaltgestänge für den Murena verwendet. Die Aufnahme fertige ich aus 2mm VA Blech, welche an das Murena Schaltrohr WIG geschweisst wird.
Weitere Vorteil des Micra Schalthebels? Leichter, mehr Betätigungsweg ohne anzuschlagen, besser gedichtet.
Nach all den Umrüstungen kommt immer noch Spiel aus dem Getriebe selber, die Lagerbuchse der Schaltstange (senkrechte Achse im Bild) im Getriebe hat zum Einen Spiel, was aber auch aus der Materialpaarung Eisen/Eisen kommt. Damit habe ich bei meinem Getriebe bereits Laufspuren von 0.3mm festgestellt.
Dieses Spiel sorgt für ein zusätzliches Kippen beim Vorwählen der Schaltebenen (seitliche Ganghebelbewegung).
Die Eisenmutter ersetze ich durch ein Aludrehteil, das mit Messing ausgebuchst ist. Hier die Probemontage, oben wird bei mir mit einem Wellendichtring gedichtet. Die eingelaufene Stange wird ebenfalls überdreht und die Buchse auf wenige 1/100mm Spiel aufgerieben.
Hier die erste Probemontage nach der Umrüstung: zu meiner Freude ist die Bewegung in Pfeilrichtung absolut spielfrei!
Diese Richtung ist die seitliche Bewegung des Schalthebels, also die Vorwahl der Schaltebenen. Hier Vorweg kann ich sagen, dass das Drehen der Schaltachse aus dem Getriebe (Leerlauf/Gänge einlegen) wegen dem Spiel der Schaltkulisse etwas mehr als nötig Luft hat. Auch dies werde ich beim 2. Getriebe für den CX Motor geheben :-).
Hierbei sollte alles montiert sein und sich die Motorlagerung spielfrei in der Mittellage befinden. Danach muß am hinteren Kugelgelenk der Schalthebel so eingestellt werden, dass bei nichteingelegtem Gang (Schaltwelle befindet sich im Leerlauf, also Mitte aller Schaltebenen) ziemlich genau in der Mitte der Aussparung der Mittelkonsole, bzw. des Kugelgelenkes des Schalthebels liegt. Ein Mehrfaches Einlegen des Ganges 3-4 und etwas Kraftanwendung in den Endlagen und dann noch mal die Schalthebelstellung prüfen.
Nun müssen die "Wählzugstangen" so eingestellt werden, dass der Schalthebel in Leerlauf in etwa in der Mitte ist und in den Schaltebenen 1-2 und 5-R nicht am Kugelgelenk anschlagen.
Im Prinzip hat das Einstellen des Schaltgestänges also nur die Funktion, den Schalthebel im Funktionsbereich nirgends auf Anschlag zu bekommen.