Hinterradschwinge

Die Schräglenkerhinterachse hat zwei bekannte Probleme:

Das zweite Problem lässt sich einfach durch regelmäßiges Einsprühen mit Konservierungsöl der Verschraubung umgehen. Dies verdrängt das Wasser und verhindert auch bei blanken Metallteilen die Korrosion über Monate. Dies ist gerade dann wichtig, wenn der Wagen eingelagert wird. Wie gesagt: "Standschäden" deuten immer auf Mängel in der Pflege hin. Mein eingelagerter Golf III springt auch nach zwei Jahren Standzeit sofort an und fährt ohne Schäden, wobei auch hier die hinteren Silentbuchsen mit den Befestigungsschrauben zusammengerostet sind, nachdem ich diesen erst nach 7 Lebensjahren in meine Obhut bekommen habe... ein typischer Golf III Defekt übrigens, den auch andere konstruktiv verwandte VW Starrachsenmodelle befallen kann.

Die Durchrostungen treten nach einer mehrfachen Zeit der typischen spezifizierten Lebensdauer auf. Hier wird man nicht umhin kommen hochwertigen Ersatz zu ordern und der Qualität der Hersteller zu trauen. Verstärkte Versionen für Sport- oder Rennmotoren sind bei Politecnic zu bekommen. Allerdings sehe ich ein Problem bei den 2,2'er Hinterachsschwingen, das noch keiner abgestellt hat. Dies wird demnächst auch im Kapitel Bremsenumrüstung ausführlicher behandelt. Beim 1.6l murena wurde die Aufnahme der Bremszangen wegen der Verwendung billigerer 13" Felgen um 1cm im Radius kleiner ausgeführt. Aus dem Grund hat dieser eine Bremsscheibe mit 2cm weniger Durchmesser. Beim Neuaufbau der "2.2l" Hinterachsschwinge könnte man die Radlageraufnahme des 1.6l verwenden und mit der Kastenkonstruktion verschweißen, um die besser erhältlichen Bremsscheiben verwenden zu können. Dies würde auch deren Neuanfertigung durch größeren Absatz auf Dauer zu sichern, was wirklich im Sinne der murena Fahrer wäre. Vermutlich ist der Verkauf der "sonderangefertigten" "2.2'er" Bremsscheiben aber interessanter, denn ich glaube nicht, dass nur ich auf solche Ideen kommen kann. Die unterschiedliche Bremsleistung kann man vernachlässigen, wenn man die Qualitätsstreuung der Ersatzteile betrachtet (>15%!). Das Argument der "Originalität kann man hier nicht gelten lassen, denn inzwischen werden auch die "1.6'er" Hinterachsschwingen nicht mehr aus zwei tiefgezogenen Blechgehäusen (siehe ältere VW Busse), sondern ebenfalls als Kasten-Schweißkonstruktion gebaut.


Hier das bekannte Problem. Wenn die hinteren Schräglenker durchrosten, schaut das nach dem Öffnen so aus.
Die Konstruktion ist aus einem U-Förmigen Blech oben und unten, das ein paar Verstärkungen an der Biegung hat. Dann werden nur gebogene Bleche von der Seite MIG-geschweisst. Es handelt sich um Feinkornbaustahl, der besonders schweissgeeignet ist.

Gut zu sehen, es ist keinerlei Lack oder Wachs auf dem blanken Metall aufgetragen. Trotzdem gibt es noch ein paar Stellen, an denen die rohe Stahl Oberfläche zu sehen ist, der Rest ist vollflächig angerostet und porös. Hier im Bild sind zwei Hände voll Rost aus der Schwinge gekommen.


Typisch sind dann die unteren Verstärkungsbleche nur noch porös vorhanden und meist das Aussenblech durchgerostet. Es lohnt isch also großflächigen Austausch zu betrieben, hier ein Bild einer Schwinge, die ich für den Motorsport mit 3mm Feinkornbaustahl und VA Teilen gebaut habe. Wegen der Spannungsfreiheit verwende ich das WIG Schwiessen. Es werden auch die Ablauföffnungen vergrößert und die Schwingen mit Mike Sanders Hohlraumfett konserviert. Wo Fett/Öl ist, ist kein Wasser und wo kein Wasser ist, da ist auch keine Korrosion, das wussten auch schon die alten Germanen und haben Altöl in ihre Hohlräume gesprüht.