Beim Gebläse treten die gleichen Verschleißerscheinungen wie auch bei allen anderen Elektromotoren auf (Scheibenwischer und Fensterheber). Hier ist durch das Alter die Schmierung entweicht, man merkt das oft kaum durch die langsame Bewegung. Allerdings geht auch hier durch die hohe Leistung (und dadurch Stromaufnahme) des Lüftermotors der Gebläseschalter nach einiger Zeit kaputt. Dieser ist relativ teuer, darum sollte diesem Defekt vorgebeugt werden.
Die Ursachen sind immer mechanischer oder elektromechanischer Natur, Blitzschlag ist wohl eher unwarscheinlich...
Hier soll eine kleine Hilfestellung gegeben werden, da die meisten Autoschrauber etwas Angst vor der Elektrik im KFZ haben. Mit etwas Übung und Systematik ist hier aber schnell ein Fortschritt zu machen: Kopf hoch, der Strom fließt schließlich langsamer als das Benzin!
Natürlich muß die Batterie vollgeladen sein, ein Blick auf das Voltmeter: beim Einschalten der Zündung sollte nach einiger Zeit ein Ausschlag zu sehen sein. Nun den entsprechenden Schalter betätigen. Klickt der angewählte Motor, oder die Innenraumbeleuchtung wird dunkler, so ist die Elektrik in Ordnung, die Lager des Motors sind fest und müssen instand gesetzt werden.
Klickt der Motor nicht und ist auch kein Stromfluß zu beobachten, so ist als erstes die Sicherungsplatine zu inspizieren. Ist es noch das Original aus Pertinax? Ist diese verformt oder gar schmutzig? Eine Reinigung mit Kontaktspray schadet nicht und falls sich die Sicherungen leicht drehen lassen, hilft ein Gummiring zur Kontaktverbesserung. Auf lange Sicht muß diese natürlich gewechselt werden.
Klickt immer noch nichts im Motor? Nun den Schalt- oder Verdrahtungsplan zu rate nehmen und das Kabel suchen, das den Strom von der Sicherungsplatine oder Zündschloß liefert. Mit einem Multimeter messen, ob überhaupt Spannung anliegt.
Falls keine Spannung anliegt, systematisch die Kabel/Stecker in Richtung Batterie testen. Oft wurde beim Radioeinbau nur etwas beschädigt, oder die Steckkontakte an der Sicherungsplatine sind ermüdet oder gebrochen.
Falls Spannung anliegt, in die andere Richtung, also zum Verbraucher hin die Elektrik testen, es könnte auch der Betätigungsschalter defekt sein.
Ist der Schalter in Ordnung, so könnte zu lange mit festgegangenem Lager "geklickt" worden sein, eine Wicklung des Motors kann sich verabschiedet haben. Hierzu den Motor ausbauen und mit einem Ohmeter die Anschlüsse testen. Ein sich im Stillstand befindlicher Elektromotor hat fast keinen Widerstand, es dürfen gerade so 0,2...4 Ohm zu messen sein.
Ein Zerlegen und ordentliches Schmieren der Lager mit wasserabweisenden Synthetikfett (z.B. Lithiumseifenfett, muß unbedingt wegen den Kunststoffe säurefrei sein) hilft oft zu rasenden Motoren, falls die Lager noch eine ordentliche Passung haben. Vorher die Schmiermittelrückstände ordentlich entfernen (z. B. ein mit Isopropanol befeuchtetes Tuch). Der neue Schmierstoff hat nicht nur eine Reduzierung der Lagerreibung zur Aufgabe, sondern schützt auch vor Korrosion. Diese Lagerpflege kann auch schon mal vor auftretenden Defekten durchgeführt werden. Warten statt Reparieren lautet die Devise.
Der Schalter der Lüftung leidet besonders unter der elektrischen Last des Motors: ich habe den nicht mehr vorhandenen (da weggebastelten) Schalter durch eine Platine mit 3 Miniatur- KFZ- Relais ersetzt, die ca. 25 A schalten können. Auserdem habe ich noch eine zusätzliche Flachsicherung mit 16 A eingefügt und das ganze im Armaturenbrett in der Nähe der Lüftungsbetätigung befestigt. Statt dem Lüftungsschalter ist nun ein leichtgängiger Drehschalter montiert. Die ganze Elektrik kostet dabei ohne Platine nicht mal 12 Euro und ist sogar robuster als das Original.
Die Funkenbildung an den Relais schließe ich durch Dioden kurz (eine 1N4007 reicht), die mit der Anode an das jeweils zur Wicklung des Motors zeigende Kabel und mit der Kathode an Masse gelegt werden. Das ganze hinter den Schaltkontakt an die Gebläseanschlüsse, wie links gezeichnet. Die Induktivität L des Motors will ja wie eine Zündspule den Stromfluß aufrechterhalten, wenn der Schalter S geöffnet wird. Das ganze ginge laut dem Bild (bei Annahme der technischen Stromrichtung) entgegen dem Uhrzeigersinn. Die Diode D schließt das kurz, am Schalter entsteht kein Funken mehr, der sonst nur durch den Innenwiderstand der Kabel und Batterie bedämpft wird und mit der Zeit den Kontakt abbrennt. Ist der Schalter geschlossen, so stört die Diode nicht, da sie "sperrt".